MediaYoga

Yoga für Akteure vor Mikrophon und Kamera

Ego

Ein großes Hindernis für eine überzeugende und gefällige Darstellung vor Mikrophon und Kamera ist das übersteigerte Bedürfnis, sein eigenes Ego herauszukehren. Anstatt sich in den Dienst der Sache zu stellen (beim Schauspieler ist es allein die Konzentration auf den Charakter der Rollenfigur, beim Moderator oder Sprecher auf die zu übermittelnden Inhalte), wird von allzu vielen Akteuren der Ort vor Mikrophon und Kamera als Exerzierplatz für das eigene Ego mißbraucht. In dem Versuch, sich gut darzustellen und gut anzukommen, wird leider jedermann sehr deutlich, daß sie entweder über ihre eigene Schönheit stolpern oder an der übersteigerten Einschätzung ihrer eigenen Fähigkeiten kranken.

In der Yogaphilosophie besitzt das Ego keinen Stellenwert. Wer Yoga praktiziert, hält sich an die Nyama-Regel der Bescheidenheit, weil er sich selbst nie als Handelnder, sondern in der Einheit sieht mit dem alldurchdringenden göttlichen Bewußtsein. Für ihn geht es in allen Tätigkeiten nicht darum, sein Ego in den Vordergrund zu stellen, sondern sich als Dienender zu begreifen, der nur die ihm von Gott gegebenen Talente zur Entfaltung bringt. In dieser Haltung wächst ihm schließlich ganz von selbst all das zu, was ihn im Auge des Betrachters souverän, attraktiv und überzeugend erscheinen läßt.